Risikoanalyse und Risikomanagement nach GwG und AMLR
Unternehmensweite Risikoanalyse nach § 5 GwG und Art. 10 AMLR aufsichtsfest aufbauen und aktualisieren
Risikofaktoren, Typologien, Länderrisiken und Terrorismusfinanzierung methodisch sauber auswerten
Kundenrisiko bewerten und daraus Kontrollen und Sicherungsmaßnahmen ableiten
Workshop mit Risikoanalyse-Template: Bank, Immobilienmakler und Güterhändler – nach GwG und AMLR
Finance
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Seminarprogramm
Programmpunkte
Diese Themen erwarten Sie im Seminar
Grundlagen und Methodik der Risikoanalyse
Zweck, Rechtsgrundlagen und aufsichtliche Erwartungen: § 5 GwG und Art. 10 AMLR, BaFin-Auslegungs- und Anwendungshinweise
Aufbau einer unternehmensweiten Risikoanalyse: Risikoinventur, inhärentes Risiko, Kontrollen, Restrisiko
Risikofaktoren und Methodik: Anlagen zum GwG, EBA-Leitlinien zu Risikofaktoren, Anhänge der AMLR
Dokumentation, Aktualisierungsanlässe, Genehmigung durch die Geschäftsleitung und Vorlage an die Aufsicht
Verzahnung mit Geschäftsmodell, neuen Produkten, Technologien und Vertriebswegen
Datenquellen, Typologien und Länderrisiken
Quellen auswerten: nationale und supranationale Risikoanalyse, FIU-Typologien und Jahresberichte, FATF-Berichte, Mitteilungen der Aufsicht
Berücksichtigung und Auswertung von Typologien (Quellenanalyse): von der Typologie zum Risikofaktor und zur Kontrolle – mit Übung
Länderrisiko und Hochrisiko-Drittländer: § 15 GwG und die dreistufige Systematik der Art. 29–31 AMLR, Listen von EU und FATF
Sanktions- und Umgehungsrisiken als Teil der Risikoanalyse
Terrorismusfinanzierung und kundenindividuelle Risikobewertung
Besonderheiten der Terrorismusfinanzierung in der Risikoanalyse: Kleinbeträge, Non-Profit-Organisationen, Durchleitungsrisiken und Risikofaktoren nach den EBA-Leitlinien
Kundenindividuelle Risikobewertung: Kunde, Produkt, Land, Vertriebsweg – Scoring und Risikoklassen
Manuelle Anpassungen (Overrides), Plausibilisierung und Dokumentation
Aktualisierung: Auslöser und Überprüfungsintervalle, Schnittstelle zu den Sorgfaltspflichten
Von der Bewertung zu Maßnahmen: Sicherungsmaßnahmen, Kontrollplan, Wirksamkeitsprüfung
Workshop: Risikoanalyse nach GwG und AMLR
Gruppenarbeit anhand eines Fallbeispiels, wahlweise für Bank, Immobilienmakler oder Güterhändler
Erstellen einer Risikoanalyse-Skizze nach GwG und nach AMLR
Delta-Liste: Was ändert sich mit der AMLR, was kann übernommen werden?
Präsentation der Ergebnisse, Feedback und typische Prüfungsfeststellungen
Arbeitshilfe, Abschluss und Zertifikat
Arbeitshilfe aus dem GwB-Toolkit: Risikoanalyse-Template in GwG- und AMLR-Fassung
Teilnahmebescheinigung für das einzelne Modul
Das Modul ist Teil des Zertifikatslehrgangs „Geldwäschebeauftragte(r)“; das Zertifikat wird nach allen fünf Modulen und bestandener Online-Lernerfolgskontrolle ausgestellt
Details
Über dieses Seminar
Die Risikoanalyse ist das Fundament der Geldwäscheprävention: Sie bestimmt, welche Sicherungsmaßnahmen ein Unternehmen braucht, und ist ein zentraler Gegenstand von Prüfungen. Das GwG verlangt sie in § 5, die AMLR in Art. 10 als unternehmensweite Risikobewertung – mit teils anderen Anforderungen an Methodik, Dokumentation und Aktualisierung. Wer die Analyse heute aufbaut oder überarbeitet, sollte die AMLR-Vorgaben deshalb schon mitdenken. Hinzu kommt: Die unternehmensweite Analyse ist die Grundlage für die Bewertung der einzelnen Kundenbeziehung und für die Frage, welche Kontrollen im Alltag tatsächlich wirken müssen. Das Modul zeigt, wie eine Risikoanalyse methodisch aufgebaut wird: von der Risikoinventur über die Risikofaktoren (Anlagen zum GwG, EBA-Leitlinien, Anhänge der AMLR) bis zu Restrisiko und Maßnahmen. Die Teilnehmenden lernen, Typologien, Risikoanalysen und Länderlisten auszuwerten, Terrorismusfinanzierung und Sanktionsrisiken angemessen zu berücksichtigen und die Risikobewertung der einzelnen Kundenbeziehung nachvollziehbar zu gestalten. Im Workshop am Nachmittag erarbeiten die Teilnehmenden anhand eines Fallbeispiels eine Risikoanalyse für eine Bank, einen Immobilienmakler oder einen Güterhändler – nach GwG und nach AMLR, einschließlich einer Delta-Liste. Das Seminar ist Teil des Zertifikatslehrgangs „Geldwäschebeauftragte(r)“ und kann auch einzeln gebucht werden. Das Seminar „Von GwG zu AMLR: Die Aufgaben und Funktionen des Geldwäschebeauftragten“ ist hilfreich, aber keine Voraussetzung. Die Teilnehmenden erhalten das Risikoanalyse-Template in GwG- und AMLR-Fassung sowie eine Teilnahmebescheinigung. Das Seminar eignet sich für Einsteiger ebenso wie für erfahrene Geldwäschebeauftragte, die ihre bestehende Analyse an die AMLR heranführen wollen.
Risikoanalyse aufbauen
Eine unternehmensweite Risikoanalyse nach § 5 GwG und Art. 10 AMLR mit nachvollziehbarer Methodik, Datenbasis und Dokumentation erstellen.
Quellen auswerten
Typologien, Risikoanalysen und Länderlisten auswerten und in konkrete Risikofaktoren und Kontrollen für das eigene Unternehmen übersetzen.
Kundenrisiken bewerten
Kundenindividuelle Risikobewertungen einschließlich Terrorismusfinanzierungsrisiken nachvollziehbar durchführen und daraus Maßnahmen ableiten.
Umstellung planen
Unterschiede zwischen GwG- und AMLR-Risikoanalyse erkennen und die Anpassung der eigenen Analyse bis Juli 2027 priorisieren.
Zielgruppe
Für wen ist dieses Seminar?
Geldwäschebeauftragte und Stellvertreter, die ihre Risikoanalyse aufbauen oder überarbeiten müssen
Mitarbeitende in Compliance, Risikomanagement und Interner Revision
Geschäftsleiter und Inhaber kleinerer Verpflichteter, die für die Risikoanalyse verantwortlich sind (z. B. Immobilienmakler, Güterhändler)
Compliance-Verantwortliche aus Banken, Zahlungs- und Wertpapierinstituten sowie Kryptowerte-Dienstleistern
Externe Geldwäschebeauftragte, Berater und Wirtschaftsprüfer, die Risikoanalysen erstellen oder prüfen
Unsere Referent:innen
Till Otto, Rechtsanwalt
Till Otto ist Rechtsanwalt und Associated Partner bei Waldeck Rechtsanwälte in Frankfurt am Main. Er berät Banken, Zahlungs- und Wertpapierinstitute sowie Unternehmen des Nichtfinanzsektors im Finanzaufsichtsrecht und in der Geldwäscheprävention, regelmäßig im Austausch mit der BaFin und weiteren Aufsichtsbehörden. Über die Waldeck Compliance & Transaction Services GmbH (WCTS) ist er zudem als externer Geldwäschebeauftragter für Verpflichtete bestellt und kennt die Funktion aus der täglichen Praxis. Er veröffentlicht regelmäßig zum Geldwäsche- und Finanzaufsichtsrecht, gibt einen Kommentar zum Geldwäscherecht heraus und ist als Referent zu AML/CFT-Themen tätig.
Aufsichtsrechtliche Beratungspraxis
Langjährige Beratung regulierter Finanzunternehmen (KWG, ZAG, WpIG, GwG) einschließlich Begleitung von Erlaubnisverfahren, Sonderprüfungen und Verwaltungsverfahren gegenüber der Bafin.
Operative Erfahrung als Geldwäschebeauftragter
Als externer Geldwäschebeauftragter verantwortlich für Risikoanalysen, Verdachtsmeldewesen und Berichterstattung an Geschäftsleitung und Aufsicht.
AMLR-Umstellungsprojekte
Begleitet Verpflichtete bei Gap-Analysen und der Anpassung ihrer Präventionsorganisation an die EU-Geldwäscheverordnung sowie bei der Weiterentwicklung datengetriebener Risikobewertung.
Autoren- und Vortragstätigkeit
Mitautor geldwäsche- und kapitalmarktrechtlicher Kommentierungen (u. a. GwG, MiCAR, ECSPR) und Referent zu Geldwäscheprävention und Finanzsanktionen.
Seminar-Nr.
0327BGW602
Schnellübersicht
Risikoanalyse und Risikomanagement nach GwG und AMLR
Alle wichtigen Infos auf einen Blick
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