KYC prüfungssicher: Sorgfaltspflichten nach GwG und AMLR
Anlass, Umfang und Identifizierung: GwG-Praxis heute und AMLR-Vorgaben ab Juli 2027
Wirtschaftlich Berechtigte, Transparenzregister und PEP: Fälle sicher lösen und dokumentieren
Vereinfachte und verstärkte Sorgfaltspflichten risikoorientiert anwenden
Laufende Überwachung, Monitoring und Datenqualität: Anforderungen an Prozesse und Systeme
Finance
Online

Seminarprogramm
Programmpunkte
Diese Themen erwarten Sie im Seminar
Anlass, Umfang und Identifizierung
Anlass und Schwellen: § 10 Abs. 3 GwG und Art. 19 AMLR – Begründung einer Geschäftsbeziehung, Gelegenheitstransaktion, Verdachtsfall
Allgemeine Sorgfaltspflichten im Überblick: Identifizierung, wirtschaftlich Berechtigter, Zweck und Art der Geschäftsbeziehung, PEP-Prüfung, laufende Überwachung
Standardmaßnahmen und Identifizierung: §§ 10–13 GwG und Art. 20–22 AMLR – natürliche und juristische Personen
Verfahren in der Praxis: Vor-Ort-Identifizierung, Video-Ident, eID, qualifizierte elektronische Signatur, EUDI-Wallet
Technische Standards der AMLA zur Kundensorgfalt: Inhalt und Stand
Bargeld und Kryptotransfers: Auswirkungen je Zahlverfahren auf Sorgfaltsmaßnahmen
Wirtschaftlich Berechtigter und Transparenzregister
Wirtschaftlich Berechtigter: § 3 GwG und Art. 51–57 AMLR – Schwellen, Kontrollbegriff, mehrstufige Strukturen, Rückgriff auf den fiktiven wirtschaftlich Berechtigten
Typische Strukturen: Holding, Stiftung, Trust, Treuhand, ausländische Gesellschaften
Transparenzregister: Einsichtnahme, Abgleich und Unstimmigkeitsmeldung (§ 23a GwG)
Fallübung: wirtschaftlich Berechtigten in einer mehrstufigen Struktur ermitteln und dokumentieren
Vereinfachte und verstärkte Sorgfaltspflichten, PEP
Vereinfachte und verstärkte Sorgfaltspflichten: §§ 14, 15 GwG und Art. 33–36 AMLR – Voraussetzungen, Fallgruppen, Maßnahmen und Grenzen
Verstärkte Maßnahmen in der Praxis: Genehmigung durch die Führungsebene, Herkunft des Vermögens und der Mittel, hochvermögende Kunden
Politisch exponierte Personen: GwG und Art. 42–46 AMLR – Definition, Familienmitglieder und nahestehende Personen, Nachlaufzeit
Hochrisiko-Drittländer und ihre Auswirkungen auf die Sorgfaltspflichten
Laufende Überwachung, Systeme, Dritte und Aufzeichnung
Laufende Überwachung der Geschäftsbeziehung: § 10 Abs. 1 Nr. 5 GwG und AMLR – Transaktionsüberwachung, Aktualisierung von Kundendaten, Aktualisierungsfristen
Technologie und Datenqualität: Transaktionsmonitoring und Screening – Anforderungen, Parametrierung, Bearbeitung von Treffern, Datenschutz-Schnittstelle (Art. 76 AMLR)
Dritte, Auslagerung und Aufzeichnung: §§ 8, 17 GwG und Art. 18, 48–50, 77 AMLR
Abschlussfall: Onboarding eines Kunden mit mehrstufiger Struktur und PEP-Bezug – Prozess, Entscheidung und Dokumentation
Arbeitshilfe, Abschluss und Zertifikat
Arbeitshilfe aus dem GwB-Toolkit: Checkliste „Sorgfaltspflichten-Prozess“ in GwG- und AMLR-Fassung
Teilnahmebescheinigung für das einzelne Modul
Das Seminar ist Teil des Zertifikatslehrgangs „Geldwäschebeauftragte(r)“; das Zertifikat wird nach allen fünf Modulen und bestandener Online-Lernerfolgskontrolle ausgestellt
Details
Über dieses Seminar
Die Sorgfaltspflichten sind das tägliche Kerngeschäft der Geldwäscheprävention – und der Bereich, in dem die AMLR die meisten Detailänderungen bringt. Anlass, Identifizierung, wirtschaftlich Berechtigter, verstärkte Sorgfaltspflichten und der Umgang mit politisch exponierten Personen werden ab Juli 2027 in der AMLR neu geordnet; die AMLA konkretisiert die Anforderungen in technischen Standards zur Kundensorgfalt. Für Geldwäschebeauftragte heißt das: Prozesse, Arbeitsanweisungen und Systeme müssen heute rechtssicher funktionieren und zugleich auf die Umstellung vorbereitet werden. Das Modul führt durch den gesamten Prozess: Anlass und Schwellen, Identifizierung und Überprüfung (einschließlich eID und EUDI-Wallet), wirtschaftlich Berechtigter und Transparenzregister, vereinfachte und verstärkte Sorgfaltspflichten, politisch exponierte Personen, laufende Überwachung, Transaktionsmonitoring und Screening, Einsatz Dritter und Auslagerung sowie Aufzeichnung und Aufbewahrung. Behandelt werden auch die Auswirkungen je Zahlverfahren, etwa bei Bargeld und Kryptotransfers. Fallübungen, vor allem zur Ermittlung wirtschaftlich Berechtigter in mehrstufigen Strukturen, vertiefen die Inhalte. Zu jedem Themenblock werden die Anforderungen des GwG und der AMLR nebeneinandergestellt, sodass erkennbar wird, welche Prozesse fortgeführt werden können und wo die AMLR Anpassungen verlangt. Das Seminar ist Teil des Zertifikatslehrgangs „Geldwäschebeauftragte(r)“ und kann auch einzeln gebucht werden. Die dazugehörigen Module sind hilfreich, aber keine Voraussetzung. Die Teilnehmenden erhalten eine Prozess-Checkliste in GwG- und AMLR-Fassung sowie eine Teilnahmebescheinigung. Die Inhalte werden zum Seminartermin auf den aktuellen Rechtsstand gebracht.
Pflichten bestimmen
Anlass, Umfang und Zeitpunkt der Sorgfaltspflichten nach GwG und AMLR bestimmen und Identifizierungsverfahren rechtssicher einsetzen.
Wirtschaftlich Berechtigte ermitteln
Wirtschaftlich Berechtigte auch in mehrstufigen Strukturen ermitteln, dokumentieren und mit dem Transparenzregister abgleichen.
Risikoorientiert vertiefen
Vereinfachte und verstärkte Sorgfaltspflichten sowie PEP-Fälle risikoorientiert anwenden und die Entscheidungen nachvollziehbar dokumentieren.
Prozesse und Systeme steuern
Laufende Überwachung, Monitoring und Aufzeichnung so organisieren, dass sie Prüfungen standhalten und die AMLR-Anforderungen abdecken.
Zielgruppe
Für wen ist dieses Seminar?
Geldwäschebeauftragte und Stellvertreter, die Sorgfaltspflichten-Prozesse verantworten oder überarbeiten
Mitarbeitende aus Onboarding, KYC, Compliance und Recht mit Verantwortung für Kundenprüfungen
Geschäftsleiter und Inhaber kleinerer Verpflichteter (z. B. Immobilienmakler, Güterhändler)
Compliance-Verantwortliche aus Banken, Zahlungs- und Wertpapierinstituten sowie Kryptowerte-Dienstleistern
Externe Geldwäschebeauftragte, Berater und Wirtschaftsprüfer, die Verpflichtete bei der Umstellung begleiten
Unsere Referent:innen
Till Otto, Rechtsanwalt
Till Otto ist Rechtsanwalt und Associated Partner bei Waldeck Rechtsanwälte in Frankfurt am Main. Er berät Banken, Zahlungs- und Wertpapierinstitute sowie Unternehmen des Nichtfinanzsektors im Finanzaufsichtsrecht und in der Geldwäscheprävention, regelmäßig im Austausch mit der BaFin und weiteren Aufsichtsbehörden. Über die Waldeck Compliance & Transaction Services GmbH (WCTS) ist er zudem als externer Geldwäschebeauftragter für Verpflichtete bestellt und kennt die Funktion aus der täglichen Praxis. Er veröffentlicht regelmäßig zum Geldwäsche- und Finanzaufsichtsrecht, gibt einen Kommentar zum Geldwäscherecht heraus und ist als Referent zu AML/CFT-Themen tätig.
Aufsichtsrechtliche Beratungspraxis
Langjährige Beratung regulierter Finanzunternehmen (KWG, ZAG, WpIG, GwG) einschließlich Begleitung von Erlaubnisverfahren, Sonderprüfungen und Verwaltungsverfahren gegenüber der Bafin.
Operative Erfahrung als Geldwäschebeauftragter
Als externer Geldwäschebeauftragter verantwortlich für Risikoanalysen, Verdachtsmeldewesen und Berichterstattung an Geschäftsleitung und Aufsicht.
AMLR-Umstellungsprojekte
Begleitet Verpflichtete bei Gap-Analysen und der Anpassung ihrer Präventionsorganisation an die EU-Geldwäscheverordnung sowie bei der Weiterentwicklung datengetriebener Risikobewertung.
Autoren- und Vortragstätigkeit
Mitautor geldwäsche- und kapitalmarktrechtlicher Kommentierungen (u. a. GwG, MiCAR, ECSPR) und Referent zu Geldwäscheprävention und Finanzsanktionen.
Seminar-Nr.
0327BGW603
Schnellübersicht
KYC prüfungssicher: Sorgfaltspflichten nach GwG und AMLR
Alle wichtigen Infos auf einen Blick
Sie haben weitere Fragen?
Kontaktieren Sie uns!
Sie haben Fragen zu diesem Seminar oder möchten eine individuelle Beratung? Wir freuen uns auf Ihre Nachricht.





